Corona Impfprozess Israel und Deutschland im Vergleich

Der Corona-Impfprozess hier in Deutschland ist sehr träge. Dies beschäftigt viele. Ist jedoch eine Verbesserung in Sicht? Wieso geht es nicht schneller? Was machen Länder wie Israel anders?

Der „Corona-Musterschüler“ Israel

Bereits bis zum 10. Januar wurden in Israel 20% der Bevölkerung gegen Covid-19 geimpft. Der Corona-Impfprozess ist dort sehr einfach. Mit dem Auto fährt der Patient zum Drive-Through. Dort hält er vor dem zugeteilten Zelt an. Dann wird das Fenster runtergefahren und ein Ärmel hochgekrempelt. Ein Sanitäter setzt die Impfung an und der Autofahrer fährt weiter. Siehe auch Tagesspiegel vom 10.1.2021: „Israels besondere Corona-Strategie – ein Vorbild?“ https://www.tagesspiegel.de/politik/schnell-unbuerokratisch-digital-israels-besondere-corona-strategie-ein-vorbild/26782996.html.

Der Corona-Impfprozess in Israel ist damit schnell, unbürokratisch und digital.

Bis zu diesem Zeitpunkt wurden in Deutschland erst 0,44% geimpft. (Diese Info stammt laut Tagesspiegel vom Online-Portal „Our World in Data“ der Oxford-Universität).

Am 2.3.21 wurde über die Hälfte der Bevölkerung Israels bereits geimpft, wie ntv-Korrespondentin Raschel Blufarb  über „den Musterschüler Israel“ hier berichtet:  https://www.n-tv.de/mediathek/videos/panorama/Hatte-gerade-meine-zweite-Impfung-im-Drive-in-article22395804.html

In Israel ist auch keine Anmeldung notwendig. Experten halten da die physische und digitale Infrastruktur für entscheidend. Der Impfprozess könnte etwa wie folgt dargestellt werden:

Corona Impfprozess Israel
eigene visuelle Darstellung des Corona Impfprozesses in Israel

Corona Impfprozess in Deutschland.

Letzte Woche hatte ich auch die Gelegenheit ein Impfzentrum zu erleben. Ich war dort als Begleiterin meiner 82-jährigen Mutter. Dafür musste ich viele Versuche starten, um überhaupt einen Impftermin zu bekommen (sowohl telefonisch als auch online). Der Prozess ist genau definiert. Die Prozessschritte und das dazu notwendige Personal sind ein Vielfaches, verglichen mit denen von Israel. Unter anderem werden je Patient 7 Seiten Papier ausgedruckt. Mit diesen Blättern werden die Stationen durchlaufen. Am Ende der Prozesskette jedoch werden 5 Blatt Papier ungelesen wieder abgegeben.  Letztes Anstehen ist nochmals bei der Abmeldung, bevor es dann nach Hause geht. Das Prozessbild sieht vereinfacht in etwa so aus:

https://waltraud-hermann.com/wp-content/uploads/2021/03/Corona_Impfprozess_Deutschland2.jpg
eigene visuelle Darstellung Corona Impfprozess Deutschland

Ich frage mich, ob dieser Prozess in einer digitalen Welt noch zeitgemäß ist? Ist der Papierdruck im Sinne der Nachhaltigkeit auch tragbar? Ist dieser auch notwendig? Angenommen es werden (irgendwann) 50.000.000 Menschen auch in Deutschland geimpft sein. Das bedeutet auch 350 Millionen Blatt Papier. Beziehungsweise sind das 700.000 Pack a 500 Blatt. Damit entstehen Kosten von etwa 3,5 Millionen Euro. Auch die Personalkosten in unseren Impfzentren sind sehr hoch. Diese liegen vermutlich um ein Vielfaches höher als in Israel (je geimpfte Person). Ich bin mir sicher, dass es auch eine andere pragmatische Lösung hier in Deutschland geben könnte. Wie wäre es, wenn Deutschland ein digitaler Vorreiter wäre?

„Erfahrung ist nur in der Rückschau wahrnehmbar. Wer keine hat, kann ihr Fehlen nicht erkennen.“

Peter Hohl (https://www.nur-zitate.com/zitat/11919)

Was hat das jedoch mit digitaler Bildung zu tun? Ihre Meinung dazu interessiert mich sehr. Über Impulse und Kommentare bin ich dankbar.

Die Tierschule

Eine Fabel zum Nachdenken

Es gab einmal eine Zeit, da hatten die Tiere eine Schule. Die Abschlussprüfung bestand aus Rennen, Klettern, Fliegen und Schwimmen, und alle Tiere wurden in allen Fächern unterrichtet. 

Die Ente war gut im Schwimmen; besser sogar als  der Lehrer. Im Fliegen war sie durchschnittlich, aber im Rennen war sie ein besonders hoffnungsloser Fall. Da sie in diesem Fach so schlechte Noten hatte, musste sie nachsitzen und den Schwimmunterricht ausfallen lassen, um das Rennen zu üben. Das tat sie so lange, bis sie auch im Schwimmen nur noch durchschnittlich war. Durchschnittliche Noten aber  waren akzeptabel, darum machte sich niemand Gedanken darum, außer: die Ente.

Der Adler wurde als Problemschüler angesehen und unnachsichtig und streng gemaßregelt, da er, obwohl er in der Kletterklasse alle anderen darin schlug, als erster den Wipfel eines Baumes zu erreichen, darauf bestand, seine eigene Methode anzuwenden.

Das Kaninchen war anfänglich im Laufen an der Spitze der Klasse, aber es bekam einen Nervenzusammenbruch und musste von der Schule abgehen wegen des vielen Nachhilfeunterrichts im Schwimmen.

Das Eichhörnchen war Klassenbester im Klettern, aber sein Fluglehrer ließ es seine Flugstunden am Boden beginnen, anstatt vom Baumwipfel herunter. Es bekam Muskelkater durch Überanstrengung bei den Startübungen und immer mehr „Dreien” im  Klettern und „Fünfen” im Rennen.

Die mit Sinn fürs Praktische begabten Präriehunde gaben ihre Jungen zum Dachs in die Lehre, als die Schulbehörde es ablehnte, Buddeln als Schulfach  zu unterrichten.

Am Ende des Jahres hielt ein anomaler Aal, der gut schwimmen und etwas rennen, klettern und fliegen konnte, als Schulbester die Schlussansprache.

Quelle: http://www.phantasie1.de/tierschule.htm